Für Jungwinzer Jens Bühler war es ein gutes Jahr. „Gemeinsam mit der Familie Spitzenweine erzeugen” lautet das erklärte Ziel des 28-Jährigen - und dass er auf dem besten Weg zu diesem Ziel ist, hat er 2011 gleich mehrfach bestätigt bekommen. Das Weingut Bühler konnte seine Erstaufnahme in die Premium-Weinführer Gault Millau und Eichelmann begießen. Und beim Verein „Pro-Riesling”, dem nahezu alle namhaften deutschen Weingüter angehören, bekam er heuer auch den Grauburgunder-Preis und den Riesling-Erzeugerpreis zugesprochen.
Um die „Qualitätsschraube weiter nach oben zu drehen” ist es für den Weinbautechniker wichtig, mit der „Natur zu arbeiten, nach alten Methoden und einer minimalen Technik”.
Konkretere Ideen für das Familienweingut entwickelte Jens Bühler bereits in seiner Winzerlehre, die er im ersten Lehrjahr von 1999 bis 2000 im Weingut Bernhard Koch in Hainfeld, im zweiten Lehrjahr im Weingut Hahn-Pahlke in Battenberg und von 2001 bis 2002 im Weingut Knipser in Laumersheim verbrachte. Bereits damals pflegte Bühler Kontakte zu anderen Winzern, bei denen er sich fachlichen Rat holen konnten: „Für mich sind Bernd Philippi vom Kallstadter Weingut Koehler-Ruprecht und Werner Knipser zwei große Vorbilder.”
An die Lehre, die er als Jahrgangsjüngster beendete, schloss Bühler im Jahr 2005 eine Weiterbildung zum Weinbautechniker in Bad Kreuznach an. Seit seinem Abschluss bildet sich der Winzer als eines der jüngsten Mitglieder beim Verband der Pfälzer Kellermeister und durch den Winzerzusammenschluss Pro-Riesling fachlich und im Austausch mit anderen Winzern weiter.
„Ich besuche spezielle Seminare wie etwa zum Thema biologischer Weinbau, um mich über neue Entwicklungen, die eventuell für unseren Betrieb relevant sind, zu informieren”, erklärt der Kallstadter. Der Spätburgunderliebhaber sammelte auch Erfahrungen im europäischen Ausland: Im Burgund, in der Wachau und im Douro-Tal erlebte er je einen Herbst voller neuer Arbeitsanforderungen und Methoden.
Vater Werner Bühler steht Jens mit Rat und Tat und vor allem mit Erfahrung zur Seite und entwickelt mit seinem Sohn neue Projekte. In der Vergangenheit hat der Jungwinzer so eine Reihe hochwertiger Cuvées vinifiziert und neue Vermarktungswege aufgetan. Aktuell entwickelt Jens Bühler eine eigene Linie, die in den nächsten Jahren als „Spitzenweine besonderer Jahrgänge” bestehen soll. Diese Weine soll es „nur in wirklich außergewöhnlichen Jahren geben” und sie sollen diesen „herausragenden Jahrgangscharakter auch ausgeprägt” in sich tragen, so der Jungwinzer Im Herbst konnte dieses Projekt noch nicht umgesetzt werden, weil die Gesamternte zu gering war, um eine neue Linie entstehen zu lassen. Mit diesem Projekt wird sich Bühler aber noch lange nicht begnügen. Er sagt schmunzelnd: „Ein internationales Projekt wie zum Beispiel einen griechischen Wein zu vinifizieren, steckt mir noch in der Nase.”
Einig sind sich beide Winzergenerationen in ihrer bodenständigen Weingutsphilosophie: das Ohr am Kunden, das Herz im Weinberg und Keller, immer „so wenig wie möglich und so viel wie nötig tun”. An alte Wurzeln und Strukturen denken: „Man muss die Weinwelt nicht neu erfinden.”
Die Wurzeln des 16-Hektar-Betriebes gehen weit in die Kallstadter Geschichte zurück: Das älteste Haus des Anwesens wurde in der Renaissancezeit erbaut. Das heutige Weingut mit Weinstube in der Backhausgasse haben die Eltern Werner und Pia Bühler 1994 gegründet, beide haben stets großen Wert auf hohe Qualitäten bei der Lese gelegt. Konsequent trieb Jungwinzer Jens dieses Herbst-Konzept weiter, als er in das Weingut einstieg: „Das Lesegut für all unsere Weine muss streng vorselektiert und schonend geerntet werden. Dann so wenig wie möglich tun mit dem Wein und Zeit zum Reifen geben.” So will Bühler seine Top-Weine aus herausragenden Spitzenlagen wie Saumagen und Felsenberg hervorheben und die Bekanntheit dieser Weinlagen durch herausstechende und lagentypische Weine steigern.






